Wenn Menschen mit Hörbehinderung auf Reisen gehen

21.05.2026

"Auf Gleis ..ei..eh., der S-.ie..e.u….a…ig, Ankunft ..ö.. Uhr, hat noch un...annte Verspätung. Bitte ..ach.e. Sie .eit…e Du….age.".

Seufz, ich frage eine freundlich aussehende Dame neben mir, ob sie vielleicht genauer verstanden hat, was gerade durchgesagt wurde.
Mir war schon klar, dass ein Zug Verspätung hatte und ich auf weitere, unverständliche, Durchsagen achten musste, aber um welchen Zug, vermutlich den meinen, es sich handelte, konnte ich nicht verstehen.
Leider hatte die freundliche Dame die Durchsage genau so wenig verstanden wie ich, weil eben gerade ein anderer Zug eingefahren war.

Etwas später kam wieder eine undeutliche Durchsage und auf einmal sah ich alle Leute auf "meinem" Gleis sich plötzlich zur Rolltreppe bewegen. Da ich vermutete, dass "mein" Zug auf einem anderen Gleis ankommen würde, die Zeitanzeigetafel wurde auch plötzlich leer, lief ich hinterher, nach dem Prinzip "Folge der Masse". Jetzt musste ich noch herausfinden, um welches Gleis es sich handelte. Eine grosse Zeitanzeigetafel in der Bahnhofshalle gab mir die gewünschte Auskunft und am Gleis kontrollierte ich noch einmal die kleinere Zeitanzeigetafel. Und jawohl, ich hatte es geschafft! Kaum eingestiegen schlossen sich die Türen und der Zug fuhr los. Pffft …

Am Flughafen ist es mir auch schon einmal passiert, dass das Gate meines Fluges innerhalb anderthalb Stunden drei Mal geändert wurde. Jede Änderung bedeutete eine lange Wanderung durch den Flughafen. Klar hatte es Durchsagen gegeben, die ich aber nicht gehört oder verstanden hatte. Die Flugänderungen sah ich dann verspätet auf der Zeitanzeigetafel. Zum Glück war dieses Mal mein Mann dabei, normalerweise verreise ich meistens alleine und kontrolliere die Zeitanzeigetafeln fast alle 5 Minuten. Nur zur Sicherheit.

Einmal war ich mit einem Kollegen, ebenfalls hörbeeinträchtigt, im Tram unterwegs. Plötzlich blieb das Tram, kurz vor einer Haltestelle, stehen. Es dauerte eine Weile und dann kam eine Durchsage vom Tramfahrer. Da wir beide mit der Durchsage Mühe hatten, gingen wir nach vorne und fragten beim Tramfahrer nach. Dann wurde uns klar, dass das Tram nicht weiterfahren konnte und es war unklar, wie lange das dauern würde.
Wir stiegen aus, und entschieden uns für eine Alternative: ein Taxi.
Der Grund für unseren Entscheid war, dass das Taxi zufälligerweise da stand und frei war, ausserdem hätten wir sonst unseren Termin nicht rechtzeitig geschafft. Nicht zu vergessen, dass es ein Luxus war, nicht auf Durchsagen achten zu müssen …

Share