Barrierefreie Kommunikation

21.05.2026

Es gibt zahlreiche Definitionen, Studien, Bücher und Artikel zum Thema Kommunikation. Diese werde ich hier nicht alle besprechen, das wissen Sie bereits oder können Sie auch «googeln».
Mir geht es hier darum
, dass zwischen Menschen immer ein dauerhafter Austausch stattfindet, zwischen Tieren, Mensch und Tier übrigens auch.
Sei es über Lautsprache, Schriftsprache, Gebärdensprache, Mimik oder Körpersprache, ja sogar im Schweigen kommunizieren wir.

Obwohl ich selbst eine starke Hörbehinderung habe, beherrsche ich nur wenige unterstützende Gebärden. Diese Gebärden sind mir meist behilflich in Gesprächen mit gehörlosen Menschen und Menschen mit starker Hörbehinderung, sind manchmal aber auch in Situationen mit gut hörenden Menschen nützlich.
Meinem Mann habe ich zum Beispiel ein paar G
ebärden beigebracht, wie "trinken", "Essen" und "Toilette". Mit diesen Gebärden können wir uns zu meiner Überraschung in einer lauten Umgebung verständigen.
Einmal erwies ich mich
sogar in einer sehr lauten Umgebung selbst als die "gut hörende" Person. Mein Mann und ich waren mit einem gemeinsamen Freund unterwegs, und die Musik war so laut, dass mein Mann nichts von dem Gespräch verstehen konnte, während ich in der Lage war, das Gespräch zu führen, weil der Freund sehr deutlich sprach und ich seinen Mundbild gut ablesen konnte.
Natürlich war d
iese Situation eine Ausnahme. Sie zeigt aber, wie wir mit etwas gegenseitiger Bemühung trotzdem erfolgreich kommunizieren können. Überträgt man dieses Beispiel auf eine Arbeitssituation, so gibt es ein paar Tipps zur Verbesserung der Kommunikation am Arbeitsplatz.
Wenn Sie einen Mitarbeiter mit Hörbehinderung haben oder selbst einen Mitarbeiter mit Hörbehinderung sind, lohnt es sich,
für eine verbesserte Kommunikation die folgenden Regeln zu beachten.

  • Bevor Sie mit reden beginnen, ziehen Sie die Aufmerksamkeit der Person auf sich, mit der Sie ein Gespräch beginnen möchten. Denn diese Person verpasst bereits die Hälfte von dem, was Sie sagen, wenn sie nicht sieht, dass Sie mit ihr sprechen.

  • Schauen Sie Ihren Gesprächspartner an und halten Sie während des gesamten Gesprächs Blickkontakt. Dies ist nicht nur allgemein höflich, sondern für Menschen mit Hörbehinderung sogar notwendig, um ablesen zu können.

  • Vermeiden Sie es, den Mund während des Gesprächs zu bedecken oder mit vollem Mund zu reden.

  • Reden Sie nicht zu schnell, reden Sie deutlich aber nicht übertrieben.

  • Wenn die andere Person Sie auch nach zwei- oder dreimaligem Wiederholen nicht verstanden hat, versuchen Sie, das Gleiche mit anderen Worten zu sagen. Manche Wörter sind leichter zu verstehen.

  • Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung braucht etwas mehr Zeit und Geduld. Nehmen Sie sich diese auch.

  • Fragen Sie Ihren Mitarbeiter mit Hörbehinderung, was Sie tun können, um ihn bei der Kommunikation zu unterstützen.
    Sagen Sie als Mitarbeiter mit einer Hörbehinderung offen und deutlich, was
    sie für eine gute Kommunikation brauchen.

  • Aufgaben sollten kurz, bündig und klar formuliert sein. Ermutigen und motivieren Sie zu Nachfragen bei Unklarheiten.


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